Was du über Eichenprozessionsspinner wissen solltest

Vielleicht hast du im Wald auch schon mal ein Hinweisschild wegen Eichenprozessionsspinnern gesehen, aber gar nicht groß beachtet. Leider sind die Brennhaare der Raupen nicht ohne für uns Menschen und vor allem für unsere geliebten Hunde. Was du im Einzelnen über den Eichenprozessionsspinner wissen solltest erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Was ist ein Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) gehört zur Familie der Zahnspinner und wird ein Nachtfalter – landläufig auch Nachtschmetterling genannt – der zu den heimischen Schmetterlingsarten zählt. Er bevorzugt lichte Eichenbestände, Einzelbäume sowie Randbestände. Dabei fühlt er sich besonders auf Stieleichen, Roteichen oder Traubeneichen wohl. 

Wie und wann entsteht der Prozessionsspinner?

Der Nachtfalter wird ca. 3 mm groß und ist als Falter völlig harmlos für Menschen und Hunde. Die Weibchen legen nach der Paarung ihre Eier in den Eichen in einem sogenannt Gespinstnest ab. Die Eier überwintern mit kleinen Eiräupchen gefüllt gut geschützt im Nest. Sobald der Frühling kommt, schlüpfen die Raupen aus ihren Eiern.

Warum ist der Eichenprozessionsspinner für Hunde gefährlich? Die Hundeschule Hundeliebe Reichenau klärt auf.

Warum heißt er Eichenprozessionsspinner?

Der Nachtfalter hat seinen Namen erhalten, weil er den Weg zu den Futterplätzen in einer linienförmigen Prozessions zurücklegt. Da er ausschließlich Eichenarten besiedelt, kam der Namensteil Eiche hinzu.

Warum ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich für Hunde?

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners entwickeln zum Schutz vor Fressfeinden die für Menschen und Hunde so gefährlichen feinen und hoch giftigen Härchen (Brennhaare), die allergische Reaktionen bis hin zu allergischen Schocks auslösen können, sobald sie mit der Haut in Kontakt geraten. Die Brennhaare der Raupen sind innen hohl und brechen daher leicht. Dabei setzen sie eine Brennsubstanz frei, die bei direktem Hautkontakt Rötungen, Schwellungen oder gar eine Raupendermatitis auslösen können. Die Hochsaison während des Raupenfraß dauert etwa von Anfang Mai bis Ende Juni.  Die alten Larvenhäute bleiben nach der Häutung in den Gespinsternestern, weshalb die Konzentration an Brennhaaren in solchen Nestern oft sehr hoch ist. Alte Gespinstnester fallen oft vom Geäst oder Stamm herunter und bilden so eine langanhaltende. Die leichten Härchen werden oftmals durch Luftströmungen weiter getragen und behalten leider ihre giftige Wirkung über Jahre hinweg.

Da eure Hunde gerne die Nase am Boden haben und neugierig die Gegend erkunden, ist die Gefahr hoch, den Raupen oder einem am Boden liegenden Nest nahe zu kommen. Manch ein Allesfresser könnte im schlimmsten Fall auf die Idee kommen, einen Eichenprozessionsspinner mit samt seiner 600.000 giftiger Brennhaare zu fressen. Dann besteht tatsächlich eine aktue Lebensgefahr für euren Hund. Es kann zu einer heftigen allergischen Reaktion wie einer Atemnot oder einem Schock kommen, ausgelöst durch das Nesselgift Thaumetopoein.

Hier ein paar Fotos, die euch das Ausmaß eines Quaddelbefalls verdeutlichen sollen:

Ihr seht hier ein Foto nach Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner - Quaddelbildung ca. 2 Stunden nach dem Kontakt.
Ihr seht hier ein Foto nach Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner - Quaddelbildung ca. 5 Stunden nach dem Kontakt.
Ihr seht hier ein Foto nach Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner - Quaddelbildung ca. 48 Stunden nach dem Kontakt.
Ihr seht hier ein Foto nach Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner - Quaddelbildung ca. 72 Stunden nach dem Kontakt.

Bildquelle: hundepower.de

Bildquelle: hundepower.de

Bildquelle: hundepower.de

Bildquelle: hundepower.de

Symptome nach einem Kontakt

Folgende Symptome können nach einem Kontakt mit einer Raupe oder einem Nest oder durch Wind übertragende Brennhaare auftreten:

Ständige Juckreiz und reiben mit der Pfote

Augenreizung mit geschwollenen Bindehäuten 

Sichtbare Schwellungen am Maul, der Zunge oder Nase

Reizung der Schleimhäute an Mund und Nase

Raupendermatitis (lokale Hautauschläge)

Nesselsucht

Entzündungen und Verkrustungen

Quaddelbildung (Kontakt-Urtikaria)

ständiges Husten/Keuchen oder Würgen

allergischer Schock – akute Lebensgefahr

Erbrechen – auch blutig – nach Verschlucken

Wie kannst du deinem Hund helfen:

Du kannst nach einem Kontakt die betroffenen Stellen sofort mit reichlich Wasser reinigen. Da auch du auf die Brennhaare reagieren kannst, solltest du bei der Versorgung deines Hundes ausreichend Schutzkleidung tragen (Handschuhe, langärmeliges Oberteil, Mundschutz, ggf. Schutzbrille).

Bitte bringe deinen Hund bei allergischen Symptomen unmittelbar zum Tierarzt. Dort wird er fachgerecht mit abschwellenden Medikamenten oder Antihistaminika behandelt. Damit wird das Schlimmste (Erstickung oder Teilverluste der Zunge) verhindert. Und natürlich verschafft es deinem Hund am Schnellsten Linderung und vermeidet unnötige Schmerzen. Der Tierarzt wird mit dir auch die Folgebehandlung zu Hause wie beispielsweise das Einreiben mit entzündungshemmenden Salben oder die Gabe weiterer Medikamente besprechen.

 

Wie kannst ich mich und meinen Hund schützen?

Eigentlich gar nicht, denn die Brennhaare verlieren über Jahre hinweg nicht an Giftigkeit. Im Herbst fallen die Blätter von den Eichen und reißen die Nester zu Boden. Gerade Junghunde lieben es, in Blätterhaufen zu stöbern. Manch Hundebesitzer nutzt Laubanhäufungen sogar für Suchspiele. Achtet bei Eichen, die alleine auf einer Wiese stehen auf eine möglichen Befall. Behaltet eure Hunde im Auge und reagiert sofort, wenn er oder sie nach einer Gassirunde plötzlich ungewöhnliche Reaktionen zeigt.

Für uns Mensche gilt ähnliches wie bei den Zecken. Hautareale mit entsprechender Kleidung schützen.

Ich wünsche dir, dass du und dein Hund nie die Bekanntschaft mit den Brennhaare macht, aber falls doch, bist du nun bestens informiert und weißt, wie du reagieren kannst.

Eure Silke